Die Karikatur

Bildsprache als Ausdruck

Satire in seiner schönsten Form

Die Karikatur wurde lange Zeit als niedere künstlerische Ausdrucksform abgewertet. Dabei ist sie ein vortreffliches Instrument zur politischen, sozialen und kulturellen Bildung. Es erfordert vom Ersteller die Fähigkeit eine, oftmals komplexe Lebens-, oder Handlungssituation in ein Bild mit möglichst wenigen Textbestandteilen zu fassen.

Aber auch der Betrachter ist gefordert, um aus der, häufig auf einen wesentlichen Kern reduzierten Darstellung durch Korrelation mit seinem persönlichen Wissen die dahinterstehende Botschaft zu entschlüsseln.

Insbesondere Karikaturen mit politisch geprägten Zusammenhängen erfordern meist Kenntnisse über die aktuellen Gegebenheiten. Eine gute politische Karikatur bedarf geradezu einer Darstellung welche ein gewisses Hintergrundwissen erfordert um verstanden zu werden. Da diese Botschaften in der Regel zeitnah zum Geschehen veröffentlicht werden ist anzunehmen, dass diese Kenntnisse bei der Mehrzahl der grundsätzlich interessierten Betrachter vorhanden sind.

Das Verständnis von Karikatur setzt beim Betrachter also Allgemeinwissen und zudem einen kulturellen Bezug zum Inhalt voraus um richtig interpretiert zu werden. Karikatur überspitzt und übertreibt, sie überzeichnet Aspekte und Gegebenheiten, macht nachdenklich, wirkt belehrend ohne als Belehrung empfunden zu werden. Letztlich ruht in ihr auch latent die Hoffnung, dass sie eine gewisse Reflexion der Handelnden bewirkt. Der Mensch ist ein visuell orientiertes Wesen; selbst in technisch nüchtern orientierten Berufen heißt es: „Die Sprache des Ingenieurs ist der Plan“.

Seit dem Altertum sind karikierende Darstellungen in Bildern und Texten bekannt. Diese, im wahrsten Sinne bildhafte Sprache ist, wenn sie zudem eine humoristische Komponente aufweist, eine sehr eindrückliche Form der Kommunikation. Letztlich ist die Karikatur eine der elegantesten Ausdrucksformen für Satire, welche durch Übertreibung, Ironie und auch Spott auf Missstände, zu kritisierende Ereignisse und dergestalt handelnde Personen Bezug nimmt und mit scharfem Witz belegt.

Selbst Themen welche schon „verbrannt“, da von einem verbreitet gesellschaftlichen Tabu belegt sind, können über diese Ausdrucksform noch angesprochen werden. Sie kann sowohl missbraucht werden, wie historische Beispiele von sich im Krieg befindlicher Staaten zeigen; oder auch als minder angreifbare, da auslegungsfähige Publikation zur Meinungsäußerung in einem diktatorischen Umfeld dienen. Im besten Falle dient sie mit ihrer Bildform der vom gemeinsamen Wortstamm abgeleiteten Bildung; wie heißt es so schön: Bilder sagen mehr als tausend Worte.

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