Wasserstoff

ist ein Energiespeicher

Wasserstoff ist kein Primärenergieträger (Kraftstoff)

Wasserstoff selbst ist ein Molekül aus zwei Wasserstoffatomen (H2)

Er muss durch Energiezufuhr erzeugt werden und dient dann als Energiespeicher

Eigenschaften – Physikalisch

– ungiftig und nicht reizend

– umweltneutral, nicht wassergefährdend

– geruchlos

– geschmacksneutral

– unsichtbar, fast unsichtbare Flamme

– flüchtig, leichter als Luft

– entweicht durch kleinste Öffnungen

– versprödende Wirkung auf einige Materialien

– nicht korrosiv

– nicht radioaktiv

– nicht krebserzeugend

Eigenschaften – Chemisch

– Siedetemperatur TS = -252,77 °C = 20,3 K

– Schmelztemperatur TSch = – 258,6 °C = 14,4 K

– Dichte bei 20,3 K und 1013 mbar = 70,79 g/l

– Gasdichte bei 20,3 K und 1013 mbar = 1,34 g/l

– Gasdichte bei 273,15 K und 1013 mbar = 0,089 g/l

– Wasserstoff ist 15mal leichter als Luft

– Molekular-Gewicht = 2,016 g/mol

– Verdampfungswärme = 445,4 kJ/kg

– unterer Heizwert: 119,97 MJ/kg = 33,33 kWh/kg = 10,78 MJ/Nm3 = 3,0 kWh/Nm3

– oberer Heizwert: 141,80 MJ/kg = 39,41 kWh/kg = 12,75 MJ/Nm3 = 3,5 kWh/Nm3

– Zündgrenzen in Luft: untere 4,0 – 4,1 Vol%; obere 75,0 – 79,2 Vol.-%

– Selbstentzündungs-Temperatur:585 °C

– Minimale Zündenergie in Luft: E = 0,02 mJ

– bei 29 % ist Tmax = 2318 °C Verbrennungstemperatur in Luft

– bei 29 % ist TmaxO2 > 3000 °C Verbrennungstemperatur mit reinem Sauerstoff

– max. Flammgeschwindigkeit: 346 cm/s

– Wasser enthält 11,2 Gew.-% Wasserstoff

Wasserstoff verfügt über spezielle Eigenschaften:

– Für das menschliche Auge sind die Flammen kaum sichtbar, da sie im ultra-violetten Bereich strahlen.

– Die Verbrennungsgeschwindigkeit ist relativ hoch, so dass sich die Flammen schnell ausbreiten und ein Feuer auch schnell wieder vorbei ist.

– Wegen der geringen Dichte steigt das Gas sehr schnell auf. Gasgemische in der Nähe der unteren Zündgrenze weisen jedoch eine ähnliche Dichte wie Luft auf, so dass sie sich kurzfristig auch horizontal bewegen können.

– Die Mindest-Zündenergie ist relativ gering.

– Die Hitze-Abstrahlung ist relativ gering, weil keine glühenden Kohlenstoff-Partikel vorhanden sind, die Wärme abstrahlen könnten. Dadurch besteht die Gefahr, unbeabsichtigt in die unsichtbare, kaum wahrnehmbare Flamme zu greifen.

– Es wird kein Rauch oder Qualm erzeugt, solange nicht andere Substanzen mitbrennen.

– Es ist nicht ratsam, ein Feuer löschen zu wollen. Es ist besser, die Kraftstoff-Zufuhr zu stoppen, so dass dem Feuer die Nahrung ausgeht, und gleichzeitig umliegende Objekte mit Wasser zu kühlen. Sollte ein Löschversuch unternommen werden, könnte die Flamme eventuell zwar gelöscht werden, es könnte aber noch weiterhin Wasserstoff ausströmen, der sich dann eventuell etwas später woanders wieder entzündet oder eine Explosion auslöst. Außerdem ist es schwierig, eine Flamme zu löschen, die fast unsichtbar ist.

Herstellung

Zwei Verfahren sind üblich:

Die Reformierung von Kohlenwasserstoffträgern (vornehmlich Erdgas) und die Elektrolyse von Wasser.

Alle Verfahren haben jedoch gemein, dass sie mehr oder weniger viel Energie benötigen.

Bei der Reformierung können alle fossilen Kraftstoffe eingesetzt werden, die über einen ausreichend hohen Prozentsatz an H2-Molekülen verfügen (z. B. Erdgas, Methanol, Biogas). Am weitesten verbreitet ist die Erdgasreformierung, die derzeit zu über 50 % für die Wasserstofferzeugung verantwortlich ist und einen Wirkungsgrad von über 80 % aufweist. Gemeinsam mit heißem Wasserdampf wird dabei aus dem eingesetzten Energieträger ein wasserstoffreiches Gasgemisch erzeugt.

Demgegenüber arbeitet ein Elektrolyseur wirklich nachhaltig, solange der benötigte Strom aus erneuerbaren Energien kommt. Bei der Elektrolyse wird Wasser (H2O) mit Hilfe von Elektrizität vollkommen schadstofffrei in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt.

Das Leitprojekt H₂Giga möchte daher die serielle Produktion von großskaligen Elektrolyseuren ermöglichen. Drei bestehende Elektrolyse-Technologien sollen dabei im großen Stil bereit fürs Fließband werden: die PEM-Elektrolyse (PEM = Proton Exchange Membrane), die alkalische Elektrolyse (AEL) und die Hochtemperatur-Elektrolyse (HTEL).

Ein Teil des Grünen Wasserstoffs könnte in Zukunft direkt in Offshore-Windenergieanlagen hergestellt werden. Mit der Kopplung von Windrad und Elektrolyseur möchte das Leitprojekt H2Mare Wasserstoff-Produktionskosten reduzieren und das lokale Stromnetz entlasten. Zudem soll die Herstellung der Power-to-X-Produkte Methan, Methanol, Ammoniak und eFuel offshore getestet werden.

Um den Bedarf an Grünem Wasserstoff decken zu können, soll Deutschland Grünen Wasserstoff teils selbst produzieren, größtenteils jedoch aus wind- und sonnenreichen Regionen importieren. In beiden Fällen braucht es verlässliche und effiziente Transport-Infrastrukturen. Das Leitprojekt Transhyde soll daher in vier Demonstrations-Projekten verschiedene Transporttechnologien testen und bewerten. Dabei geht es um den Transport von Wasserstoff in Hochdruckbehältern, in flüssiger Form, in Gasleitungen sowie gebunden in Ammoniak oder dem Trägermedium LOHC (liquid organic hydrogen carriers).

Ausgangsstoff für die Elektrolyse ist Wasser

9 kg Wasser für ein 1 kg Wasserstoff, das ist der stöchiometrische Wert. Technisch ist aufgrund der meistens erforderlichen Wasseraufbereitung eine höhere, oft sogar eine deutlich höhere Menge Rohwasser erforderlich, insbesondere wenn dafür Meerwasser entsalzt wird.

Nimmt man den Mittelwert der rund 16 000 in weltweit 177 Ländern in Betrieb befindlichen Entsalzungsanlagen, entsteht 1 l Süßwasser aus 2,5 l Rohwasser (Daten aus: The state of desalination and brine production: A global outlook). Würde man aus diesen Anlagen Wasser zur Wasserstoffgewinnung per Wasserelektrolyse einsetzen, läge der technische Wasserbedarf bei fast 22,5 kg Rohwasser pro 1 kg Wasserstoff

Ein Beispiel für die Dimensionen

Für den Gebäudesektor wäre eine Substitution von fossilem Erdgas durch Wasserstoff im Erdgasnetz relevant. 2020 betrug der Erdgasabsatz in Deutschland 939 TWh (Mrd. kWh). Würde man diese Energiemenge durch grünen Wasserstoff ersetzen, müssten dazu 214,6 Mio. m3 Wasser elektrolytisch aufgespalten werden.

Das sind bei kontinuierlichem Betrieb 24 500 m3/h. Das entspricht dem stündlichen Wasserverbrauch von 4,7 Mio. Einwohnern. Zum Vergleich: Berlin zählt rund 3,7 Mio. Einwohner, in der Agglomeration Berlin leben knapp 4,7 Mio. Menschen.

Würde man die Elektrolyse zentral aufbauen, müsste für die zu transportierende Wassermenge eine Leitung mit einem Innendurchmesser von 1,86 m verlegt werden (angenommene Strömungsgeschwindigkeit von 2,5 m/s).

Die Farben des Wasserstoffs:

Grauer Wasserstoff wird aus fossilen Brennstoffen gewonnen. In der Regel wird bei der Herstellung Erdgas unter Hitze in Wasserstoff und CO2 umgewandelt (Dampfreformierung). Das CO2 wird anschließend ungenutzt in die Atmosphäre abgegeben. Bisweilen wird grauer Wasserstoff der über die Vergasung von Kohlen hergestellt wird auch als brauner Wasserstoff bezeichnet.

Blauer Wasserstoff ist grauer Wasserstoff, dessen CO2 bei der Entstehung jedoch abgeschieden und gespeichert wird. Das bei der Wasserstoffproduktion erzeugte CO2 gelangt so nicht in die Atmosphäre und die Wasserstoffproduktion kann bilanziell als CO2-neutral betrachtet werden.

Türkiser Wasserstoff ist Wasserstoff, der über die thermische Spaltung von Methan (Methanpyrolyse) hergestellt wurde. Anstelle von CO2 entsteht dabei fester Kohlenstoff. Voraussetzungen für die CO2-Neutralität des Verfahrens sind die Wärmeversorgung des Hochtemperaturreaktors aus erneuerbaren Energiequellen, sowie die dauerhafte Bindung des Kohlenstoffs.

Weißer Wasserstoff ist Wasserstoff aus natürlichen Vorkommen.

Grüner Wasserstoff wird durch Elektrolyse von Wasser hergestellt, wobei für diese Wasserelektrolyse ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien zum Einsatz kommt. Dann ist der Produktionsprozess unabhängig von der gewählten Elektrolysetechnologie CO2-frei.

Roter, pinker und gelber Wasserstoff wird ebenfalls durch Elektrolyse von Wasser hergestellt. Die nur selten verwendeten Kennzeichnungen Rot und Gelb beziehen sich auf den verwendeten Strom: Strommix bzw. Strom aus Kernkraftwerken. Teilweise wird der „nuklear“ erzeugte Wasserstoff als pinker Wasserstoff bezeichnet.

Bisher noch ohne Farbe: Photosynthetischer Wasserstoff. Die direkte solare Wasserspaltung, sie entspricht dem ersten Schritt der natürlichen Photosynthese, gelingt bereits im Labor, beispielsweise mit Tandem-Solarzellen aus III-V-Halb­leitern mit Rhodium-Nanopartikeln und kristallinem Titandioxid. Eine weitere Option ist die photosynthetische Gewinnung von Wasserstoff mithilfe von Bakterien.

Transport und Speicherung

Für Wasserstoff gibt es bisher drei praktikable Speicherungsvarianten:

· als komprimiertes Gas in Druckbehältern (gaseous hydrogen = GH2),

· als tiefgekühlte Flüssigkeit in vakuumisolierten Behältern (liquefied hydrogen = LH2),

· als Verbindung in Metallhydriden.

Ausgerechnet bei Transport und Speicherbarkeit – den scheinbaren Paradedisziplinen – ist Wasserstoff anspruchsvoll.

Das Molekül diffundiert durch oder in Werkstoffe und sorgt für Undichtigkeit oder Versprödungen. Etwa 20 Prozent ließen sich ins Erdgasnetz speisen, doch für eine reine H2-Wirtschaft müssten neue Rohre, Armaturen und Dichtungen her. Und während die massenspezifische Energiedichte („Heizwert“) von Wasserstoff bei phänomenalen 33,3 kWh/kg liegt, ist die volumenspezifische Energiedichte mit 0,003 kWh/l sehr gering.

Speicher-Problematik

Wie speichert man einen Stoff, der über die kleinsten Atome aller bekannten chemischen Elemente verfügt?

Gasförmiger Wasserstoff GH2 (engl.: Gaseous Hydrogen) wird in der Regel bis auf einen Druck von 200 bis 350bar komprimiert und in Stahl- bzw. Kunststoff-Flaschen eingeschlossen. Flüssiger Wasserstoff wird demgegenüber zwar nur einem mäßigen Druck ausgesetzt (4bar), dafür aber extrem weit abgekühlt, so dass es sich verflüssigt. Metallhydride hingegen binden Wasserstoff in die Metallstruktur ein und lassen ihn erst wieder nach einer Druck-Reduzierung bzw. Temperatur-Erhöhung entweichen.

Bei der LH2-Speicherung (engl.: Liquid Hydrogen) gab es bisher erhebliche Probleme mit der Wärme-Isolierung. Wasserstoff verfügt über einen sehr niedrigen Siedepunkt (-253°C). Deswegen muss er in sehr gut isolierten Behältern aufbewahrt wird, so dass der Wärme-Eintrag aus der Umgebung so gering wie möglich bleibt. Die konventionellen LH2-Speicherbehälter bestehen daher aus zwei Edelstahl-Tanks und funktionieren wie eine Thermosflasche. Der Raum zwischen den beiden ineinandergefügten Behältern ist zur Reduzierung des Wärme-Transports evakuiert. Außerdem ist eine wenige Zentimeter dicke Super-Isolationsschicht eingelegt (Aluminiumbeschichtete Glasfiber-Matten), die dem Isolationsgrad eines 9m-dicken Styropor-Isolationsmantels entspricht.

Trotz dieser ausgefeilten Wärmedämmung, kommt es zu einem Wärmefluss von außen ins Tankinnere. Dies bewirkt eine allmähliche Erwärmung, so dass mit der Zeit der Tank-Innendruck steigt. Sobald der maximale Betriebsdruck erreicht ist (ca. 5bar), sorgt in der Regel ein Sicherheitsventil für eine Druck-Entlastung. Es wird in diesem Fall gasförmiger Wasserstoff über das Ventil abgeblasen, bis der Speicherdruck wieder auf ein normales Niveau abgesunken ist.

Bei jeder Öffnung des Sicherheitsventils geht demnach eine gewisse Menge Wasserstoff verloren. Dieser Wasserstoff-Anteil wird als „Verdampfungsverlust“ bezeichnet. Die Abdampf-Rate liegt bei etwa 1 bis 2Vol.-% pro Tag, wenn mindestens drei Tage kein Kraftstoff entnommen wurde.

Energiebilanz

Die Herstellung sowie die Aufbereitung von Wasserstoff benötigen Energie. Momentan wird diese Energie noch hauptsächlich aus fossilen Energiequellen bezogen. Dies bedeutet jedoch, dass die natürlichen Ressourcen weiter dezimiert werden und zudem die Schadstoff-Belastungen weiter steigen. Die eigentlichen Vorteile von Wasserstoff kommen somit nicht voll zum Tragen, weswegen eine derartige Wasserstoff-Wirtschaft derzeit kaum Sinn machen würde. Es stellt sich demnach die Frage, weshalb dies trotzdem gemacht wird und ob diese Praxis weiter geführt werden sollte.

Die Sonne spendet unserem Globus Tag für Tag die zehntausendfache Menge des Energiebedarfs der gesamten Erdbevölkerung. Daraus resultiert das erste Konzept von einer „solaren Wasserstoff-wirtschaft“, dass bereits in den fünfziger Jahren entwickelt wurde. Hinter diesem Begriff verbirgt sich die Idee, dass mit Hilfe der Sonnenenergie Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten werden kann. Der Wasserstoff selber dient lediglich als Energiespeicher, um Energie zu transportieren. An anderer Stelle kann der Prozess z.B. in einer Brennstoffzelle wieder umgekehrt werden. Die Sonnenenergie kann über Photovoltaik zuerst in Strom umgewandelt werden, um dann diese elektrische Energie zu nutzen, um durch Elektrolyse Wasserstoff zu erzeugen. Heut zu tage gibt es bereits Solaranlagen, die auf direktem Weg Wasserstoff erzeugen können. In diesem Fall wird die Sonnenenergie derart stark gebündelt, dass ausreichend hohe Temperaturen erreicht werden, um Wasser zu spalten. In diesem Fall würde ein Umwandlungsschritt wegfallen, wodurch der Wirkungsgrad steigt.

Zur Herstellung von Wasserstoff ist relativ viel Energie notwendig, da dieses Element eine hohe Bindungsenergie besitzt. Die Sauerstoffatome sind nur sehr schwer von den Wasserstoffatomen zu trennen. Deswegen kommt Wasserstoff in der Natur so gut wie nie allein vor, da sich das H2-Molekül immer ein Sauerstoffatom sucht und zu Wasser reagiert (oxidiert).

Wasserstoff energieintensiv

Würde man für diesen Vorgang Energie benutzen, die aus Primärenergieträgern erzeugt worden ist, wäre dies langfristig betrachtet nicht sinnvoll. Es ist ökologisch betrachtet unsinnig, Kohle zur Energiegewinnung unter Schadstoff-Ausstoß zu verbrennen, um mit der daraus gewonnenen Energie Wasser aufspalten zu können, damit dann Wasserstoff als „schadstofffreier Energieträger“ genutzt werden kann. Mit Hilfe der Sonnen- oder Windenergie stünde jedoch ein nahezu schadstofffreies Verfahren zur Verfügung.

Das Gas wird flüssig bei -253 °C gespeichert, was die Dichte auf 71 kg/m³ erhöht. Bei diesem energieaufwändigen Verfahren gehen bis zu 30 Prozent des theoretisch nutzbaren Heizwertes verloren. Natürlich wäre auch ein Speichern unter Druck, etwa in CFK-Flaschen bei 700 bar, denkbar – doch auch bleibt ein Teil der Energie (etwa 12 Prozent) bei der Verdichtung auf der Strecke.

Große Hoffnungen setzen Power-to-Gas- Apologeten daher in alternative Speicherlösungen wie Metallhydridspeicher, bei denen Gas in Metallen oder Legierungen unter Druck gelöst wird. Allerdings bleibt die Gasaufnahme und -abgabe langsam, und es werden große Mengen Metall zur Speicherung kleiner Gasvolumina benötigt.

Soll der Wasserstoff nach seiner Erzeugung flüssig gespeichert werden, muss er auf -254 °C (= 20 K) abgekühlt und verflüssigt werden. Heutige Verflüssigungsanlagen leisten ungefähr 10 bis 15 Tonnen Wasserstoff pro Tag. Zur Verflüssigung wird ungefähr 1/3 der im Wasserstoff gespeicherten Energie benötigt.

Da für eine hinreichende Versorgung eines Landes wie Deutschland keine ausreichende Menge an kontinuierlich verfügbaren Strom aus erneuerbaren Quellen zur Verfügung steht, hier eine Betrachtung einer Produktion z.B. in Südamerika – das benötigte Wasser und dessen Aufbereitung bleibt hier unberücksichtigt:

Für die Elektrolyse wird etwa ein Drittel der Energie benötigt.

Zum Transport muss der Wasserstoff entweder komprimiert (10 – 15 % der Energie), oder verflüssigt werden (etwa 35 % der Energie).

Der Schifftransport (ca. 60 Tage und wir fahren natürlich mit Wasserstoff) nach Hamburg verbraucht cirka 1/4 der Ladung.

Ein weiteres Viertel benötigen wir für die Rückreise.

Um den verbliebenen Rest wieder in Strom zu wandeln stehen der Wasserstoffmotor (Wirkungsgrad 40 %) oder die Brennstoffzelle (Wirkungsgrad 50 %) zur Verfügung.

Auf diese Weise „Strom“ zu transportieren, erfordert also etwa den vierfachen Aufwand.

Nutzbarkeit zu Mobilitätszwecken

Reaktionsgleichung bei der Verbrennung (Oxidation) von Wasserstoff:

H2 + 0,5 O2 à H2O + Energie

Die freiwerdende Energiemenge beträgt: 289,5 kJ/mol = 0,08 kWh/mol = 40,2 kWh/kg H2

Kommt Wasserstoff mit dem Sauerstoff der Luft in Kontakt und wird die erforderliche Zündenergie zugeführt, so „verbrennt“ dieses Gemisch zu Wasser. Bei dieser Reaktion werden bis zu 90 % der Energie wieder frei, die man vorher zur Spaltung des Wassers aufbringen mußte. Bei der Verbrennung entsteht (abgesehen von Wasser in Form von Wasserdampf) nur noch eine geringe Menge Stickoxyd (NOX) durch die Reaktion mit dem Stickstoff der Luft. Es entstehen keine Kohlenwasserstoffe (HC), keine Schwefeloxyde (SOX), kein Kohlenmonoxid (CO), nicht einmal Kohlendioxyd (CO2).

Verbrennungsmotor

Grundsätzlich ist ein Wasserstoff-Motor ähnlich aufgebaut wie ein Otto-Motor, da beide über eine Fremdzündung verfügen. In einem Diesel-Motor wird das Kraftstoff/Luft-Gemisch soweit verdichtet, bis es aufgrund des Druck-Anstiegs und der Erwärmung zu einer Selbst-Entzündung kommt. Wegen der hohen Zündtemperatur von Wasserstoff (560 °C, Diesel 250 °C) eignet er sich jedoch nicht für das Diesel-Prinzip. Der entscheidende Zündfunke muss von einer Zündkerze erzeugt werden. Bei der Leistungsregelung (Gasgeben) ist es unwesentlich, ob das Dieselmotor-Prinzip (Qualitätsregelung) oder das Ottomotor-Prinzip (Quantitätsregelung) gewählt wird. Herkömmliche Techniken der Kraftstoff-Zufuhr können ebenso vom Otto-Motor übernommen werden wie die Zylinderkopf-Konstruktion.

Für die Gemisch-Aufbereitung gibt es genau wie beim konventionellen Benzin-Motor zwei unterschiedliche Verfahren. Bei der äußeren Gemischbildung wird gasförmiger Wasserstoff mit geringem Überdruck in das Ansaugrohr eingeblasen. Dabei handelt es sich immer um GH2, auch wenn im Kraftstoff-Tank flüssiger Wasserstoff gespeichert wird. Der tiefkalte Kraftstoff wird in der Regel auf dem Weg vom Tank zum Motor erwärmt und entspannt, so dass er dort gasförmig ankommt. Die Vorteile der äußeren Gemischbildung liegen in der Einfachheit des Aufbaus und im geringen, erforderlichen Einblas-Druck. Nachteile sind eine im Vergleich zu Benzin- bzw. Dieselmotor verringerte volumetrische Leistungsausbeute des Motors sowie ein teilweise unregelmäßiger Verbrennungsablauf.

Bei der inneren Gemischbildung wird gasförmiger Wasserstoff unter hohem Druck (80 bis 120 bar) direkt in den Brennraum eingeblasen. Dort wird er mit dem Luft-Sauerstoff gemischt und mit einer Zündkerze entzündet. Hinsichtlich der Ausbreitung des eingespritzten Kraftstoffes und des anschließenden Mischungsprozesses sind erhebliche Unterschiede gegenüber der Einspritzung von Diesel-Kraftstoff zu verzeichnen. Dies kommt unter anderem durch den gasförmigen Zustand des Kraftstoffes, den großen Dichte-Unterschied zwischen Kraftstoff und Luft sowie die erheblich größere Flammen-Ausbreitungsgeschwindigkeit von Wasserstoff. Ein hoher Einblas-Druck ist notwendig, um den Kraftstoff in möglichst kurzer Zeit einspritzen zu können. Ansonsten kann es zu Fehlzündungen und zu einer klopfenden Verbrennung kommen. Das Mischungsverhältnis von Wasserstoff zu Luft kann stöchiometrisch (Luftverhältnis Lambda = 1) sein oder darüber liegen. Die volumetrische Leistungsausbeute bei dieser Art der Gemischbildung ist ähnlich hoch wie beim Dieselmotor. Der Nachteil der inneren Gemischbildung ist jedoch ein relativ hoher technischer Aufwand.

Umwandlung in elektrischen Strom

Fahrzeuge können mit Brennstoffzellen angetrieben werden, leise und (fast) schadstoffrei.

Brennstoffzellen (BZ; engl.: Fuel Cell) sollen zukünftig in Verbindung mit Elektromotoren für den notwendigen Vortrieb sorgen. Deren größter Vorteil ist der vergleichsweise hohe Wirkungsgrad – der größte Nachteil ist die mangelnde Standzeit. Geforscht wird an dieser Technik schon seit vielen Jahren, obwohl die Technik nach der Erfindung durch Sir William Grove im Jahr 1839 zunächst lange Zeit brach lag. Erst in den 1960er Jahren konnten diese Aggregate ihren ersten Frühling verzeichnen, als alkalische Brennstoffzellen (AFC) ihre generelle Eignung bei der Strom- und Wasserversorgung der Astronauten bei Raumflügen bewiesen. General Motors begann damals ebenfalls seine Forschungsarbeiten in diesem Bereich, was 1967 in der Vorstellung eines Elektro-Vans resultierte. Der Transporter verfügte über ein 160 kW AFC-System, das mit flüssigem Wasserstoff und flüssigem Sauerstoff versorgt wurde und mit Hilfe des Elektromotors 32 Kilowatt leistete. Zuvor (1959) hatte die amerikanische Firma Allis-Chalmers das erste BZ-Straßenfahrzeug entwickelt: ein ebenfalls mit einer AFC angetriebener D-12-Traktor (Leistung: 15 kW).

Die grundlegenden technischen Probleme gelten zwar als gelöst, aber neben Gewicht und Kosten, die beide noch zu hoch sind, ist auch die Zuverlässigkeit noch verbesserungswürdig.

Quellen:

https://www.process.vogel.de

https://www.hho-generator.de

https://news.rub.de

https://www.ee-news.ch

https://www.tagesspiegel.de

https://de.wikipedia.org

https://holgerwatter.wordpress.com

http://www.energieportal24.de

https://fvee.de

https://www.nauticexpo.de

https://www.bam.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Energie/Wasserstoff/wasserstoff-materialeigenschaften-kompatibilitaet.html

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